Vertrauen leicht gemacht

Loslassen und Vertrauen

Mit der Digitalisierung, Homeoffice und vermehrter räumlicher Distanz zum Team werden die Fähigkeiten vertrauen und loslassen zu können immer wichtiger.

Von Führungskräften höre ich oft:

    „Mit dem Vertrauen, dass ist so eine Sache.“
    „Kann ich meinen Mitarbeitern wirklich vertrauen in Sachen Homeoffice?“
    „Wie kontrolliere ich diese?“
    „Wie stelle ich meine Ziele sicher?

Wie kann ich sicherstellen das meine Mitarbeiter im Homeoffice arbeiten und die Ziele erreicht werden?

Geben sie ihren Mitarbeitern einen Vertrauensvorschuss.

Klingt das gefährlich und sie sagen – „Ganz klar nein, dass ist mir zu unsicher“. Gut verständlich, wir alle haben schon schlechte Erfahrungen gemacht. Dies ist menschlich und völlig in Ordnung. Falls sie es wagen möchten, haben sich kleine Schritte bewährt. Sie könnten es so versuchen:

Vertrauen sie ihren Mitmenschen bei bestimmten Sachen. Ein allumfassendes Vertrauen, insbesondere bei Mitarbeitern die sie nicht gut kennen, ist nicht nötig.

Wenn sie einem Mitarbeiter z.B. hinsichtlich 1 – 2 Tagen Homeoffice vertrauen, können sie sehen wie es sich entwickelt und entsprechend reagieren. Funktioniert es nicht von alleine müssen sie klarere Ziele für die Heimarbeit vereinbaren.


Vertrauen versus Mißtrauen

Dem Vertrauen nähern wir uns meist von der anderen Seite, vom Misstrauen her. Uns beschäftigt vielmehr was alles schief gehen könnte und die Horrorszenarien spielen sich vor unserem inneren Auge ab. Darin sind wir wahre Experten.

Haben sie stattdessen schon einmal darüber nachgedacht was im besten Fall entstehen könnte? Hier liegt verborgenes Potential.



Fangen sie mit kleinen Schritten an:

  1. Vertrauen sie Menschen bei bestimmten Sachen, bei denen sie sich sicher sind.
  2. Überfordern sie sich nicht selbst mit zu großen Schritten. Sonst werden sie Leichtigkeit und Freude einbüßen.
  3. Falls mal etwas schief läuft: Lassen sie sich nicht von den wenigen unzuverlässigen Menschen abbringen. Glauben sie an ihr Vorhaben.
  4. Machen sie einen weiteren kleinen Schritt Richtung Vertrauen.

Was bedeutet es wenn sie Menschen vertrauen und ihnen mehr Raum geben z.B. mit Homeoffice. Übersetzt heißt dies, dass sie loslassen. Loslassen kann schmerzhaft sein, Zweifel in ihnen hochbringen und sich ungewohnt anfühlen. Um entspannter durch diesen anfänglichen Prozess zu gehen, kann es hilfreich sein sich mit zwei oder drei anderen Führungskräften zusammenzuschließen. Sie können sich austauschen und über ihre Sorgen und Erfolge reden, sich gegenseitig unterstützen. Nennen sie es einfach ein Support Team, es kann auch aus einem Coach oder Freunden bestehen.



Reflexionsfragen:

  • Unter welchen Bedingungen können sie mit anderen Menschen vertrauensvoll zusammenarbeiten?
  • Wann haben sie eine Situation / Zeit erlebt, in der es nicht notwendig oder unwichtig war ihre Sichtweise zu verteidigen? Warum mussten sie ihre „Macht“ nicht klarstellen?
  • In welcher Situation trat das Gegenteil ein sodass sie ihre Position klarstellen mussten. Was war anders?
  • Wollen sie wirkliche eine vertrauensvolle Zusammenarbeit? Tragen sie sich gedanklich auf einer Skala von 1 -10 ein.
  • Was können sie selbst konkret dafür tun?

Ohne Drama ans Ziel

Kennen sie folgende Situationen und wären froh wenn sie diese ändern könnten?

Drama Beispiele:

  • jemand beschwert sich kontinuierlich bei ihnen ohne einen Lösungsvorschlag mitzubringen oder gewillt zu sein daran zu arbeiten
  • „Ich wars nicht“ – es war der andere – Beschuldigungen
  • Rechtfertigungen anstatt von Lösungen
  • Groll gegen sie oder andere
  • Ausreden warum etwas nicht getan wurde
  • Rechthaberei
  • Andere ins Unrecht setzen um zu „gewinnen“
  • Klatsch und Tratsch über andere Menschen

Was ist der Nutzen aus diesem Verhalten?

Nutzen aus Drama:

  • Es wird Verantwortung vermieden
  • Die Menschen bringen sich in eine passive Rolle
  • Jemand anderes ist Schuld
  • Mitleid bekommen
  • Aufmerksamkeit bekommen
  • Es ermöglicht die „ich ARMER Geschichte“ zu erzählen
  • Die Person muss nicht in Aktion treten
  • Die Person kann Rache üben

Unser tägliches Miteinander ist meist ein Wechsel durch die drei strategischen Charaktere TÄTER – RETTER – OPFER.

Lassen sie uns dies UNBEWUSSTES DRAMA nennen.

SPIELREGELN:

  1. Ohne Opfer gibt es kein UNBEWUSSTES DRAMA
  2. Das Opfer ist die mächtigste „Rolle“
  3. Ein gutes Opfer kann jeden zum Täter machen
  4. Der Retter bietet Hilfe an um die nicht gebeten wurde
  5. Der Retter zeigt somit Respektlosigkeit gegenüber dem Opfer

UNBEWUSSTES DRAMA ist weder gut noch schlecht. Es produziert einfach bestimmte Ergebnisse – siehe Drama Beispiele.

Verantwortung ist der Weg zur Veränderung.

Wie kommen sie nun zu anderen Ergebnissen?

  1. Selbstbeobachtung – Bemerken sie im ersten Schritt wenn sie teil eines unbewussten Dramas sind
  2. Stoppen sie das Drama – sagen sie z.B. Sie müssen auf die Toilette oder bitten sie darum das Gespräch zu einem anderen Zeitpunkt weiterzuführen
  3. Überlegen sie sich eine neue Handlungsalternative
  4. Tun sie etwas anderes als sonst
  5. Seien sie sanft zu sich sollten sie selbst ins Drama fallen – beginnen sie wieder beim 1. Schritt
  • Lösungsansatz für Beispiel „Beschweren ohne Lösung“

  • Im Fall „Beschweren ohne Lösung“ sagen sie ihrem Mitarbeiter bei ihnen ist „X“ aus dem Gespräch angekommen. Bitten sie ihn mit einem oder mehreren Lösungsvorschlägen wiederzukommen. Vereinbaren sie einen Termin.
  • Alternativ fragen sie ihren Mitarbeiter was er benötigt um das Problem zu lösen oder mit seiner Arbeit weiterzukommen.
  • Lenken sie das Problem in eine konstruktive Bahn um daraus eine Lösung entstehen zu lassen. Lassen sie die Mitarbeiter in ihre Verantwortung kommen. Wenn ihr Mitarbeiter sein Problem erfolgreich mit ihrer Hilfe selbst lösen kann wird er das als einen Erfolg verbuchen. Helfen sie Menschen sich selbst zu helfen. Machen sie ungenutztes Potential verfügbar.
  • (Einführung ins Dramadreieck nach Stephen Karpman und Dr. Eric Berne)
  • Präsenz – “Im Hier und Jetzt sein”

    Präsent zu sein ist die Grundvoraussetzung für erfolgreiche Kommunikation und das Umsetzen von Veränderungen. Nur im Hier und Jetzt können sie etwas verändern. Nicht in der Vergangenheit und nicht in der Zukunft. Nur in der Gegenwart.

    Viele Menschen tendieren zum Flüchten, im Sinne von gedanklichem Abschweifen, plötzlichen Themenwechseln, Selbstgespräche führen oder einfach nur Tagträumen. Somit sind sie nur physisch präsent. Präsenz setzt sich jedoch aus mehreren Bausteinen zusammen:

    Physisch – Mental – Emotional – Energetisch

    Was ist ihr Gewinn?

    Wollen sie einfacher kommunizieren und ihre Umsetzungsgeschwindigkeit erhöhen? Wenn ja, ist mehr “Präsenz” gefragt. Sie gewinnen damit einen entscheidenden Vorteil.

    Sie bekommen kurz gesagt mehr mit.
    Ihre Reaktionsgeschwindigkeit erhöht sich mit ihrer Präsenz.

    Wie erhöhen sie ihre Präsenz?

    Im ersten Schritt durch Selbstbeobachtung.

    1. Beobachten sie sich selbst bzgl den oben genannten Strategien aus dem Hier und Jetzt zu flüchten (Tagträumen, Themen wechseln). Wieviel Zeit nimmt dies täglich ein? Wie oft flüchten sie? Bekommen sie mehr Bewusstheit über ihr Tun. Schreiben sie sich ihre Beobachtungen auf. Eine andere Alternative ist jemanden um Feedback zu bitten, ihre Kollegen, Ihren Chef, Freunde.

    2. Beobachten sie in welchen Situationen sie zu einem Fluchtverhalten neigen. Notieren sie sich dies. Auch hier können sie um Feedback bitten.

    3. Reflektieren sie die Situationen und entwickeln sie Handlungsalternativen. Die Handlungsalternativen sollten zu ihren Zielen passen. Einer schnelleren Projektabwicklung, mit jemandem ins Gespräch zu kommen, einen Punkt anzusprechen der sie schon lange stört, etc. Gehen sie die Dinge vorerst im Geiste durch und stellen sie sich vor, wie sie sich nach erfolgreicher Problemlösung fühlen. Das ist ihre Motivation für Schritt 4.

    4. Setzen sie die neue Handlungsalternative um.

    5. Sehen sie sich ihr Ergebnis an. Wenn sie noch nicht zufrieden sind, verändern sie ihre Vorgehensweise bis sie am Ziel sind.

    Was heißt “Im Hier und Jetzt präsent” sein?

    Zum einen kann es heißen das sie dem Schmerz und den Problemen vor denen sie flüchten ins Auge sehen werden. Das kann Angst und Traurigkeit in ihnen auslösen. Das ist ganz normal und der erste Schritt in die Veränderung. Wenn sie ihre Handlungsalternative entwickelt und umgesetzt haben wechseln sie von Wut und Angst zur Freude. Sein sie stolz auf sich. Feiern sie ihren Erfolg!

    Folgend zwei Inspirationsvideos von der Performancekünstlerin Marina Abromovic.

    The artist is present
    Art performed in the present

    Das Potential ihrer Wut

    Entdecken sie das Potential ihrer Wut

    Ich lade sie zu einem Gedankenexperiment mit 2 Annahmen ein.

    Annahme 1: Es ist nicht OK zu fühlen

    Annahme 2: Wut ist eine neutrale Energie und Information

    Wer Wut in unserer Gesellschaft zeigt gilt als außer Kontrolle, angriffslustig, negativ, unprofessionell, gefährlich oder gar unzivilisiert. Somit sagt uns Annahme 1 – es ist nicht ok zu fühlen und wütend zu sein. Wir sind nicht OK mit unserer Wut.

    Erlauben wir uns die Sichtweise zu wechseln und Annahme 2 zu wählen. Hier sieht die Sache ganz anders aus. Annahme 2 sagt, sie sind OK, sie sind OK mit all ihren Gefühlen. Die freigesetzt Energie der Wut können sie konstruktiv für folgendes einsetzen:

    1. In Aktion treten
    2. Ziele verfolgen
    3. Grenzen setzen
    4. Entscheidungen treffen – Ja/Nein
    5. Verantwortung übernehmen
    6. Klarheit schaffen

    Wenn ich hier über Wut schreibe meine ich nicht Wut im Sinne von kolerischem oder gar verletzendem Verhalten. Es geht mir darum eine Möglichkeit aufzuzeigen, die freigesetzten Energien ihrer Gefühle in konstruktive Bahnen zu lenken, die ihnen dienen.

    Wagen sie folgendes Experiment beim nächsten aufkommen von Wut und fragen sich: Wo und von wem wurden Grenzen überschritten? Wo ist mein Anteil daran?

    Wenn sie die Antworten gefunden haben treten sie in Aktion. Behalten sie klar ihre Ziele im Kopf. Sollte es nicht gleich gelingen – es ist ein Lernprozess – seien sie sanft zu sich. Falls sie dem Ganzen eine spielerische Note abgewinnen können – super. Werten sie es als Erfolg sobald sie etwas anderes als sonst getan haben. Jeder Schritt bringt sie ihrem Ziel näher. Wut ist der Startpunkt, der Knopf für Veränderung.

    Berufung und Potential entdecken

    Berufung und Potential entdecken

    Wissen sie was sie innerlich antreibt jeden Tag morgens aufzustehen und den Tag zu beginnen, in die Arbeit zu gehen? Gibt es eine Passion der sie nachgehen?

    Was sind ihre Potentiale, was können sie besonders gut? Und was macht ihnen Freude an ihrer Arbeit

    Darüber haben sie sich noch keine Gedanken gemacht?

    Die angehängte Datei bietet einen ersten Blick auf diese Dinge. Haben sie Spaß beim Ausfüllen, Forschen und Gestalten.

    Das Potential ihrer Angst

    Erschließen sie das Potential ihrer Angst

    Ich lade sie zu einem Gedankenexperiment ein. Diesem Experiment liegen zwei Annahmen zugrunde:

    Annahme 1: Es ist nicht OK zu fühlen

    In Annahme 1 steckt die Botschaft, dass etwas mit ihnen nicht stimmt wenn Gefühle hochkommen, insbesondere Angst. Angst ist in unserer Gesellschaft ein Synonym für: feige, unzivilisiert, negativ, nicht vertrauenswürdig, unprofessionell.

    Annahme 2: Gefühle sind neutrale Energie und Information

    Annahme 2 lässt uns Angst als neutrale Energie sehen. Der Wechsel der Sichtweise ermöglicht ihnen, dass Potential ihrer Angst zu erschließen. Angst hat in Annahme 2 folgende Qualitäten:

    1. Unsere Angst schützt uns
    2. Hilft uns eine sichere Wahl zu treffen
    3. Lässt uns kreative Lösungen finden
    4. Ist innovativ
    5. Erhöht unsere Aufmerksamkeit

    Probieren sie es aus: Wenn sie es das nächste Mal einem großen Schwung Angst zu tun haben, erinnern sie sich daran: „Angst ist eine neutrale Energie. Meine Angst schütz mich und hilft mir neue Lösungen zu finden.“ Fokussieren sie sich auf die Lösung in Annahme 2 und nicht das Drama das ihnen Annahme 1 anbietet.

    Überraschen sie ihren Chef oder Team mit einer neuen Lösung, reagieren sie anders als sonst. Nutzen sie ihre Angst um voranzukommen, sie ist ihr Treibstoff. Surfen sie die Welle.

    #digitalleadership #agileteams #strategie #empowerment